20.02.2019Großes Interesse an Vortrag über Justiz in Polen

Wegen des großen Interesses der Kolleginnen und Kollegen aus dem Justizzentrum mussten in den Fritz Hirschfeld Raum des Landgerichts sogar noch Stühle hereingetragen werden, als Frau Vorsitzende Richterin am Landgericht Dr. Phieler-Morbach dort – als Auftakt der Veranstaltungsreihe „Justitia blickt über den Zaun“ des Landgerichts Potsdam - ihren Vortrag über Justiz in Polen hielt. Sie konnte dabei auf eigene Anschauung zurückgreifen; denn sie hospitierte im Herbst 2018 im Rahmen des Austauschprogramms der EJTN (European Judicial Training Network) zwei Wochen lang an polnischen Gerichten, und zwar auf ihren Wunsch am Amtsgericht Lublin sowie am Landgericht Zamosc. Der Schwerpunkt ihres Interesses lag dabei auf der Strafjustiz. Sie konnte sich durch den Besuch zahlreicher Gerichtsverhandlungen und ausführliche Gespräche mit Richterinnen und Richtern ein Bild über die pesonelle und räumliche Ausstattung der polnischen Justiz, den Ablauf strafgerichtlicher Verhandlungen sowie die Auswirkungen der Justizreformen der PiS-Regierung verschaffen, die bei vielen in der Justiz tätigen zu einer starken Verunsicherung geführt haben.

Frau Dr. Phieler-Morbach, die auch Vorsitzende der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Potsdam ist, interessierte sich bei ihrem Hospitationsaufenthalt auch für den Strafvollzug und besuchte zwei Strafanstalten in Zamosc. Sie berichtete, dass Strafhaft in Polen oft auch durch Anlegen der elektronischen Fußfessel vollstreckt wird, um die oft räumlich sehr beengten Haftanstalten zu entlasten.

 

Erste Informationen über die Justiz in Polen hatte die Referentin des Nachmittags durch die Betreuung einer polnischen Richterin erhalten, die im vergangenen Jahr für einige Wochen bei dem Landgericht Potsdam hospitiert hatte.

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